Zum Lehrlings- und Gesellenkonvent 2015 kamen am 07. / 08. Februar insgesamt 21 Brüder aus 7 verschiedenen Johannislogen unserer Provinz in Sankt Michaelisdonn zusammen, um sich über zwei Tage mit freimaurerischen Themen auseinanderzusetzen, neue Kontakte zu knüpfen und zwei erfüllende Tage miteinander zu verbringen.

Neben dem Besuch im Freimaurermuseum, dem „Tempel zum Anfassen“, dem Singen freimaurerischer Lieder, sowie einem Vortrag unseres Provinzialmeisters war die Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragen zum persönlichen Erleben der Freimaurerei ein zentraler Bestandteil des Programms für diesen Konvent.

Am ersten Tag bestimmten das persönliche Kennenlernen der Brüder und die zwei Zirkelgespräche. In drei Gruppen diskutierten die anwesenden Lehrlinge und Gesellen Themen, wie den jeweiligen Weg zur Freimaurerei, das Logenleben in den Heimatlogen und solche, die das Verhältnis der Freimaurerei sowohl im eigenen Leben als auch der Gesellschaft und Öffentlichkeit betrafen (z.B. „Wie war dein Weg zur Freimaurerei?“, „Wie fühlst du dich jetzt in deiner Loge?“).

Die Atmosphäre und die Stimmung in den Gruppen waren außerordentlich konstruktiv und positiv, wobei die Ergebnisse im Anschluss sowohl ein breites Spektrum der Sichtweisen zeigten, als auch viele Übereinstimmungen im emotionalen Erleben offenbarten.

Drei wichtige Punkte können an dieser Stelle hervorgehoben werden:

Der Weg vieler Brüder, welcher aus unterschiedlichsten Beweggründen und Interessen  zur Freimaurerei führte, wurde häufig von Schlüsselmomenten bestimmt, welche die Initialzündung gaben, tatsächlich eine Loge aufzusuchen. Neben persönlichen Bekannten oder Verwandten aus der Freimaurerei spielte anscheinend die Öffentlichkeitsarbeit der Logen eine große Rolle. Eine besonders große Rolle spielte hierbei auch die Abende für Interessierte und für viele Brüder der Besuch des Freimaurermuseums in Sankt Michaelisdonn

Die Lehrlinge und Gesellen gaben durchweg an, sich in ihren jeweiligen Heimatlogen ausgesprochen wohl und sehr gut auf- bzw. angenommen zu fühlen. Lediglich vereinzelt berichteten Brüder vom Verhalten und Äußerungen älterer, erfahrener Brüder irritiert worden zu sein. Aussagen wie: „Das ist ja auch gut, dass du als Lehrling nichts sagst, Lehrlinge sollen ja eh am besten schweigen, reden sollen ja nur die Meister“ wurden weder als wertschätzend empfunden, noch trafen sie auf ein breites Verständnis

Der persönliche Umgang mit der Freimaurerei und der Öffentlichkeit, was eben auch Vorurteile in der Gesellschaft betrifft, wird von den Lehrlingen und Gesellen sehr individuell gestaltet. Der Grad der Offenheit unterschied sich zum Teil deutlich und auch, wie mit Vorurteilen umgegangen wurde. Allen gemein war ein zumindest dezentes Verhalten in Bezug auf die Öffentlichkeit und eine Auseinandersetzung mit Konflikten „im Inneren“, sowohl  in sich selbst als auch in der Loge

Während der Gespräche und Diskussionen kamen sich viele Brüder näher und lernten einander besser kennen.

Den anschließenden Besuch im Freimaurermuseum unter fachkundiger Führung von Bruder Carsten Englert empfanden viele als ein informatives, inspirierendes und würdiges abschließendes Erlebnis des inhaltlichen Teils des Tages.

Das gemeinsame Abendessen im Restaurant des Logenhauses, „St. Michael“ und  die individuelle gemeinsame Abendgestaltung rundeten den Abend ab.

Am zweiten Tag wurden sowohl die jeweiligen Heimatlogen genauer vorgestellt, als auch Kontaktdaten untereinander ausgetauscht.

Es folgte die informative Präsentation unseres Provinzialmeisters Bruder Nils Dahlgaard „Ein kleiner Leitfaden unserer freimaurerischen Verbundenheit“ der u.a. Aufschluss über die aufbauorganisatorischen Zusammenhänge des Ordens gab.

In zwei Gruppen wurden im Anschluss abwechselnd unter fachkundiger musikalischer Anleitung von Bruder Wolf Wiedermann freimaurerische Lieder eingeübt und von den Lehrlingen und Gesellen der Tempel eingerichtet.

Der Aufbau der Arbeitstafel mit realen Gegenständen bot eine lehrreiche zusätzliche Gelegenheit, den Tempel und seine Symbole mit mehreren Sinnen zu „erfassen“.

Wir denken, dass wir im Namen aller anwesenden Lehrlinge und Gesellen berichten können, dass der schöne Tempel in Sankt Michaelisdonn und die hinreichenden und tiefgreifenden Erläuterungen des Abgeordneten Provinzialmeisters, Bruder Jörg Wegner, sowie die Anwesenheit aller Brüder die anschließende Tempelarbeit im I. Grad zu einem besonderen Erlebnis werden ließen.

Insgesamt kann auf einen gehaltvollen Lehrlings- und Gesellenkonvent zurückgeblickt werden, der vielen vermutlich nicht nur inhaltliche und persönliche Weiterentwicklung ermöglichte, sondern insbesondere das Knüpfen neuer Kontakte, das Kennenlernen neuer Brüder und damit eine Stärkung der Bruderschaft in Schleswig-Holstein.

Unser Dank gilt zudem der tollen Bewirtung im Restaurant des Logenhauses „Sankt Michael“, der zurückhaltenden und kompetenten Begleitung der anwesenden beratenden Brüder und der persönlichen Einbringung jedes anwesenden Lehrlings und Gesellen.

Der Lehrlings- und Gesellenkonvent 2016 ist auch wieder für das erste Februarwochenende geplant und wird, wie es die Tradition möchte, wieder von zwei Lehrlingen inhaltlich geplant und moderiert.