Neumünster wandelt sich zur „jungen Loge“

Zum 136. Stiftungsfest der Johannisloge „Zur Brudertreue an der Schwale“ in Neumünster erschienen am 10. Oktober 2015 zahlreiche Gäste. Rund 70 Brüder wollten sich nicht nur das Stiftungsfest, sondern auch die Hammerübergabe und Meistereinsetzung  von Bruder Kai Niedziela (31) nicht entgehen lassen.

Nachdem Anfang des Jahres der Logenmeister Friedrich-Wilhelm Strohdiek plötzlich und unerwartet durch den Dreifach großen Baumeisters der ganzen Welt in den ewigen Osten abberufen wurde, waren die Neumünsteraner Brüder zunächst entsetzt. Durch den brüderlichen Schulterschluss unter der Leitung des stellvertretenden Logenmeisters Hans-Jürgen Kirchbach konnte die Bruderschaft jedoch schon bald in geordneter Weise mit der Arbeit fortfahren.

Zum Stiftungsfest erschienen nun neben einer Vielzahl von Brüdern der eigenen Loge auch Brüder der Hamburger Logen, sowie der Rendsburger und Husumer Loge. Die Kieler Brüder reisten gar mit 14 Brüdern an, darunter auch der Landesgroßmeister, Achim Strassner. Weiterhin konnten der Provinzialmeister der PLvSH, Nils Dahlgaard, der wortführende  Andreasmeister der Fortunata, Jörg Wegner, und weitere Logenmeister als Besucher begrüßt werden. Eine ganz besondere Freude war auch die Delegation der befreundeten Brüder aus Dänemark von der JL Tuta Vallis in Holstebro und der Besuch von Brüdern anderer Lehrarten.

In den festlichen Ansprachen wurde immer wieder erwähnt, dass sich die Loge „Zur Brudertreue an der Schwale“ in Neumünster durch ihren neuen Logenmeister Kai Niedziela zu einer „jungen Loge“ wandele, welche nun mit viel Geschick und Verantwortung zu leiten sei.

Bruder Niedziela hat mit Übernahme der Führung auch seine neuen Beamten eingesetzt und damit auch die gesamte Leitung der Loge entschieden verjüngt. Dabei setzte er allerdings bewusst auf eine altersmäßige Verteilung. Er betonte bei seiner Ansprache, dass er sich seiner Verantwortung sehr bewusst sei und es nicht immer einfach werden wird. Er sei jedoch fest entschlossen, die Loge so gut wie möglich zu leiten und setzt dabei auch auf die starke Unterstützung aus den Reihen der Bruderschaft, wenn er darum bittet. Damit vertritt er auch die Einstellung seiner Beamten; für alle spielen Transparenz und Einigkeit eine wichtige Rolle. Seine Amtszeit stellt er unter ein Motto:

Er aber sprach zu ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mat. 22:37-39)

Und nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Kor 13:13)

Und auch in dieser Sache ist sich die neue Leitung einig: Es darf niemals nur darum gehen, nur die neuen und jungen Brüder zu integrieren. Genauso wichtig ist es, die Traditionen der Loge zu bewahren und die erfahrenen Brüder immer wieder mit in das sich verändernde Logenleben einzubeziehen. Wachstum ist auch weiterhin erwünscht, wobei der Fokus zukünftig deutlich auf die Qualität gelegt werden soll.

Nach der Hammerübergabe konnten die Brüder den neuen Logenmeister und seine Beamten in aller Ruhe beglückwünschen, bevor man sich auf den Weg in die nahegelegene Gastronomie machte. Dort wurde eine festliche und freudige Tafelloge abgehalten.  Gegen 22:00 Uhr ging das gelungene Stiftungsfest dann dem Ende zu.

Br. Tobias Hohmann