Vor nunmehr zwei Jahren besuchte die Andreasloge Dorothea ad Coronam aus Kolding/DK das Freimaurermuseum in St. Michaelisdonn und in diesem Zusammenhang auch die dortige Andreasloge Voluntas. Es entstand die Idee, dass zwei Brüder aus Kolding und St. Michaelisdonn jeweils Doppelmitglied der anderen Loge werden sollten, um die Brücke nicht nur zwischen Dänemark und Deutschland, sondern zwischen den Brüdern länderübergreifend zu stärken und zu fördern. Die Idee klingt einfach und ist unbestritten – auch eine sehr gute und wichtige Vorgehensweise die Weltbruderkette weiter zu entwickeln. Aber wie das so ist mit den Ideen – die Umsetzung kann manchmal so ihre kleinen Tücken haben.

Von links: Br. Dietrich Heuck-Neelsen, Br. Jan Nielsen, Br. Bent Nielsen, Br. Carsten Englert

Nun aber der Reihe nach:

Die Umsetzung bzw. der formelle Prozess dazu begann im Frühjahr 2013. Br. Carsten Englert, Andreasloge Voluntas, und Br. Jan Nielsen, Andreasloge Dorothea ad Coronam stellten über die entsprechenden WAM den Antrag in der jeweiligen Loge als Doppelmitglieder aufgenommen zu werden. Von beiden Seiten stand man dieser Idee überaus positiv gegenüber. Ebenso sah es bei der jeweiligen Provinzialloge aus. Die Anträge gingen von der jeweiligen Provinzialloge also weiter an den dänischen Ordensmeister Br. Hans Martin Jepsen und entsprechend an unseren Landesgroßmeister Achim Strassner.

Der Landesgroßmeister Br. Achim Strassner genehmigte die Doppelmitgliedschaft bereits am 12. September 2013. In Dänemark gestaltete es sich etwa schwieriger. Dort hat jeder Bürger eine CPR-Nummer (Personen-Identifikations-Nummer). Alles was mit Verwaltung in jedweder Form zu tun hat, funktioniert nur mit dieser Nummer. Naturgemäß hat unser Br. Carsten Englert eine solche Nummer nicht. Der Ordensverwaltungsapparat in Kopenhagen hatte so seine Schwierigkeiten damit. Trotz aller „Schwierigkeiten“ hat der Dänische Ordensgroßmeister seine Genehmigung am 14. Mai erteilt. So konnte die Aufnahme in der jeweiligen Andreasloge rein praktisch alsbald stattfinden.

Lassen wir Bruder Jan Nielsen, Andreasloge Dorothea ad Coronam, selbst zu Wort kommen:

Wie unkompliziert es so geht. Mir wurde mitgeteilt dass ich zum Stiftungsfest der Andreasloge Voluntas am 16. November 2013 angenommen werden sollte. Wie herrlich ist es, dass in Deutschland die Stiftungsfeste fast immer am Samstag um 16.00 Uhr stattfinden. Beeindruckend war das für viele Brüder aus nahezu ganz Schleswig-Holstein, die an der Arbeit und anschließenden Tafelloge teilnahmen. Der Abgeordneter Provinzialmeister SH, ein Ritter-Kommandeur mit dem Roten Kreuz sowie viele Logenmeister waren anwesend.

Ich hatte viele Erwartungen an die Aufnahme, diese wurden weit übertroffen. Die unglaubliche Herzlichkeit und Brüderlichkeit war beeindruckend, das brachte ich auch dem WAM, Br. Klaus Kayser, zum Ausdruck. Tafellogen in Deutschland sind für uns Brüder aus Dänemark immer etwas ganz besonderes da es hier doch recht deutliche Unterschiede gibt.

Die Annahme selbst war eine IV/V-Arbeit wie wir sie hier bei uns in Dänemark kennen, allerdings gibt es auch hier einige kleine Unterschiede.

Es war für mich und meine zwei mich begleitende Brüder ein unvergessliches Erlebnis.

Soweit Bruder Jan Nielsen aus Kolding.

Unser Bruder Carsten Englert wurde dann in der Andreasloge Dorothea ad Coronam am 4.Februar 2014 in Kolding angenommen, wobei ihn deutsche Brüder begleiteten. Gleichzeitig gab es vor der Annahme von Carsten Englert noch eine Doppelaufnahme in IV/V.

Am 25. November 2014 ergab sich dann auch die Gelegenheit – in Begleitung von Br. Carsten Englert – an einer dortigen Andreasarbeit, diesmal eine Doppelaufnahme in VI, in Kolding teilzunehmen.  Dabei waren unser Provinzialmeister Nils Dahlgaard und unser WAM Klaus Kayser sowie einige Brüder aus der Andreasloge Voluntas. Es war eine sehr vornehme und schöne Arbeit in einer unglaublich herzlichen Atmosphäre.

Bevor die Arbeit selbst stattfand, bestand die Gelegenheit, das Logenhaus in Kolding zu besichtigen.

Der Logenmeister der Johannisloge St. Jørgen Br. Finn Nielsen führte durch das Haus. Das Logenhaus ist von imponierender Ausstattung und Größe. Ein Vergleich zum Logenhaus in St. Michaelisdonn zeigt große Unterschiede. Man muss allerdings bedenken, dass allein die Johannisloge in Kolding 181 Brüder zählt und die Andreasloge 736 Brüder. Zum Vergleich sind in der Andreasloge Voluntas 30 Brüder.  Durch die Doppelmitgliedschaft unserer beiden Brüder Jan Nielsen und Carsten Englert ist nicht nur die Bruderkette zwischen den Andreaslogen beider Länder gestärkt worden – auch zeigt es uns in einer größeren Perspektive, dass wir ein Teil einer internationalen Bruderkette sind.

Jørgen Jessen – Provinzialloge von Schleswig-Holstein